Ackerbau

Als Biolandbetrieb betreiben wir Ackerbau völlig ohne Spritzmittel und synthetische Dünger.

Zu unserer mehrgliedrigen Fruchtfolge gehört zweijähriges Kleegras als wichtiger Nährstofflieferant unbedingt dazu. Danach folgen, je nachdem, Weizen, Hafer, Roggen, Triticale, Gerste, Dinkel oder Körnermais. Außerdem bauen wir Bohnen und Erbsen als Körnerleguminosen an.

Ein Teil der Getreideernte dient als Kraftfutter für unser Milchvieh. Als Brotgetreide findet unser Dinkel den Weg in die Backstube.

 

Dinkel

In unserer Fruchtfolge hat Dinkel als Brotgetreide seinen festen Platz. Eine Besonderheit des Dinkels ist das fest mit dem Spelz verbundene Korn. In dieser Hülle ist es gut geschützt vor Krankheiten, Witterungseinflüssen und Schadstoffen. Dinkel wird im Spelz gesät und – im Gegensatz zu anderen Getreidearten – auch im Spelz geerntet. Nach der Ernte muss der Dinkel deswegen vor der weiteren Verarbeitung mit speziellen Maschinen entspelzt werden: das Korn muss aus seiner Schutzhülle entfernt werden. Nach dem Entspelzen ist das nackte Korn nur wenige Monate ohne Qualitätsverluste lagerfähig und sollte bald vermahlen werden.

Dinkel als Kulturpflanze ist schon sehr, sehr alt. Der Dinkelanbau verbreitete sich in der Bronzezeit über ganz Europa. In Deutschland fanden sich die Hauptanbaugebiete vor allem in Baden-Württemberg. Im 20. Jahrhundert ging der Anbau jedoch deutlich zurück: Zum einen verträgt Dinkel im Gegensatz zu anderen Getreidearten nicht viel Stickstoff. Weizen ließ sich durch den aufkommenden Kunstdünger deutlich besser beeinflussen und lag deswegen im Ertrag wesentlich höher. Zum anderen machte das aufwendige Entspelzen den Dinkel für die industrielle Verarbeitung zunehmend unattraktiv.

In den letzten Jahren erlebte der Dinkel eine Renaissance, vor allem im Ökolandbau. Allergiker schätzen seine sehr gute Verträglichkeit im Gegensatz zum modernen Weizen. Dinkel enthält höherwertiges Eiweiß, einen hohen Anteil an komplexen Kohlenhydraten und ungesättigten Fettsäuren sowie viele Vitamine.

Viele moderne Dinkelsorten wurden allerdings mit Weizen gekreuzt: Durch kürzere Halme wurden diese Sorten standfester, sie erreichen dichtere Bestände und höhere Erträge. Leider gingen durch die Kreuzung auch wesentliche positive Eigenschaften des Ur-Dinkels wie Robustheit und Verträglichkeit für Weizen-Allergiker verloren.

Wir verzichten auf moderne Sorten und bauen alte Sorten wie Oberkulmer Rotkorn oder Zollernspelz an. Typisch für das Oberkulmer Rotkorn sind die ausgesprochen langen Halme und die rötliche Färbung bei der Abreife.

Nach der Ernte wird unser Dinkel auf dem Biohof Angenendt in Mersch entspelzt, bei der Biomühle Eiling in Warstein-Sichtigvor mit regenerativer Energie vermahlen und gelangt von dort in die zwei Kilometer von unserem Hof entfernte Backstube der Bäckerei Potthoff. Kein Bestandteil dieser „Nahrungskette“ liegt weiter als 50 Kilometer von uns entfernt.